Wofuer wird Zoloft eingesetzt
Sertralin, bekannt unter dem Markennamen Zoloft, ist ein SSRI. Es verbessert bei vielen Patientinnen und Patienten die Stimmung, indem es die Wiederaufnahme von Serotonin im Gehirn hemmt.
In Deutschland und der EU ist Sertralin zugelassen zur Behandlung von:
- Depressiven Episoden bei Erwachsenen
- Zwangsstoerung (OCD) bei Erwachsenen und bei Kindern/Jugendlichen je nach Fachinformation
- Panikstoerung mit oder ohne Agoraphobie bei Erwachsenen
- Posttraumatischer Belastungsstoerung (PTBS) bei Erwachsenen
- Sozialer Angststoerung bei Erwachsenen
Nicht standardmaessig zugelassene, sogenannte Off-Label-Anwendungen koennen unter aerztlicher Abwaegung z. B. bei Koerperdysmorpher Stoerung oder generalisierter Angststoerung erfolgen. Die Entscheidung hierueber liegt immer bei der Aerztin oder dem Arzt.
Einnahme und Dosierung
Zoloft wird in der Regel einmal taeglich zur gleichen Tageszeit eingenommen, mit oder ohne Mahlzeit. Tabletten werden mit Wasser geschluckt. Veraendern, zerkleinern oder beenden Sie die Therapie nicht eigenmaechtig.
Uebliche Dosisbereiche liegen je nach Indikation meist zwischen 25 mg und 200 mg pro Tag. Die genaue Anfangs- und Erhaltungsdosis bestimmt die behandeInde Fachperson und wird schrittweise angepasst.
Wichtig: Ein Wirkungseintritt zeigt sich oft erst nach 1 bis 2 Wochen, die volle Wirkung nach mehreren Wochen. Das ploetzliche Absetzen kann zu Absetzsymptomen fuehren; ein Ausschleichen erfolgt aerztlich begleitet.
Vorsichtsmassnahmen
Vor Beginn der Einnahme sollten folgende Punkte mit dem medizinischen Fachpersonal besprochen werden:
- Vorgeschichte von bipolaren Stoerungen oder Manien, Krampfanfaellen oder Blutungsneigung
- Leberfunktionsstoerungen (Dosisanpassung noetig), schwere Nierenerkrankung
- Engwinkelglaukom oder erhöhter Augeninnendruck
- Schwangerschaft und Stillzeit: Nutzen-Risiko-Abwaegung erforderlich. Sertralin kann in der Stillzeit u. U. eingesetzt werden, individuelle Abklaerung noetig.
- Erhoehte Empfindlichkeit aelterer Menschen auf Nebenwirkungen wie Hyponatraemie
- Erhoehte Suizidalitaetsneigung insbesondere zu Beginn der Behandlung und bei juengeren Erwachsenen: engmaschige Kontrolle
Personen mit bekannter Allergie gegen Sertralin oder einen der Hilfsstoffe duerfen Zoloft nicht einnehmen.
Kontraindikationen
- Gleichzeitige Anwendung mit MAO-Hemmern oder innerhalb von 14 Tagen nach deren Absetzen. Umgekehrt sollten zwischen Absetzen von Sertralin und Beginn eines MAO-Hemmers ebenfalls ausreichende Absetzintervalle eingehalten werden.
- Kombination mit Pimozid ist kontraindiziert.
- Bekannte Ueberempfindlichkeit gegen Sertralin.
Bei Schwangeren, Stillenden, Kindern und Jugendlichen ist die Anwendung nur nach sorgfaeltiger aerztlicher Pruefung gestattet.
Moegliche Nebenwirkungen
Viele Betroffene vertragen Sertralin gut. Dennoch koennen unerwuenschte Wirkungen auftreten, insbesondere zu Behandlungsbeginn:
- Sehr haeufig/haeufig: Uebelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit oder Mueddigkeit, Mundtrockenheit, vermehrtes Schwitzen, Tremor, Schwindel, Appetitveraenderungen, sexuelle Funktionsstoerungen.
- Gelegentlich: Unruhe, Angst, verschwommenes Sehen, Hautausschlag, Gewichtsveraenderungen, Herzklopfen.
- Selten/ernst: Serotonin-Syndrom, Krampfanfaelle, starke Blutungen (v. a. mit NSAR/ASS), Hyponatraemie/SIADH, Leberfunktionsstoerungen, allergische Reaktionen, Manie-Hypomanie.
Treten schwere Beschwerden wie Fieber, Muskelzucken, Verwirrtheit, starkes Schwitzen, schneller oder unregelmaessiger Puls auf, ist sofort aerztliche Hilfe noetig.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, wenden Sie sich an Arzt oder Apotheke.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihr Behandlungsteam ueber alle eingenommenen Arznei- und Nahrungsergaenzungsmittel. Besonders zu beachten sind:
- MAO-Hemmer wie Tranylcypromin, Moclobemid, Linezolid, Furazolidon
- Andere serotonerge Substanzen: Triptane, Tramadol, Lithium, Johanniskraut, Tryptophan, andere SSRI/SNRI
- Arzneien mit Blutungsrisiko: NSAR, ASS, Antikoagulanzien wie Warfarin
- Antipsychotika wie pimozid, Fluphenazin
- Antiarrhythmika: Propafenon, Chinidin
- H2-Rezeptorantagonisten: Cimetidin (kann Sertralin-Spiegel erhoehen), auch Ranitidin/Famotidin/Nizatidin beachten
- Arzneimittel mit QT-Verlaengerungsrisiko: gleichzeitige Gabe nur nach Abwaegung
Diese Auswahl ist nicht vollstaendig. Eine individuelle Pruefung ist notwendig.
Vergessene Dosis
Holen Sie eine vergessene Dosis nach, sobald Sie daran denken. Liegt der Zeitpunkt jedoch bereits nahe an der naechsten geplanten Einnahme, ueberspringen Sie die vergessene Dosis. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein.
Ueberdosierung
Bei Verdacht auf Ueberdosierung sofort Notarzt kontaktieren. Anzeichen koennen sein: Uebelkeit, Erbrechen, Schwindel, Benommenheit, schneller oder unregelmaessiger Herzschlag, Krampfanfaelle, Bewusstseinsstoerungen.
Lagerung
Arznei in der Originalverpackung zwischen 20 und 25 Grad C, vor Licht und Feuchtigkeit geschuetzt aufbewahren. Nicht im Badezimmer lagern. Fuer Kinder und Haustiere unzugaenglich aufbewahren.
Rechtliche Hinweise in Deutschland
- Sertralin ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Eine Abgabe erfolgt nur gegen gueltiges Rezept, einschliesslich E‑Rezept.
- Kostenuebernahme: Bei medizinischer Notwendigkeit wird Sertralin in der Regel von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet. Es faellt eine gesetzliche Zuzahlung von 5 bis 10 EUR an, sofern keine Befreiung vorliegt. Festbetraege koennen gelten.
- Online-Apotheken muessen eine gueltige deutsche oder EU-Apothekenzulassung tragen. Achten Sie auf das EU‑Sicherheitslogo der Versandapotheken.
- Einfuhr aus dem Ausland ist nur im Rahmen der geltenden Arzneimittel- und Zollbestimmungen zulaessig. Der private Bezug verschreibungspflichtiger Arzneien ohne Rezept ist unzulaessig.
- Fahrtuechtigkeit: Zu Beginn der Behandlung kann die Reaktionsfaehigkeit beeintraechtigt sein. Fuehren Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, wenn Sie sich benommen fuehlen.
- Therapiesicherheit: Regelmaessige aerztliche Kontrollen, insbesondere zu Beginn, sind verpflichtend empfohlen.
Alternative und aehnliche Medikamente
Je nach Symptomprofil, Nebenwirkungsneigung und Begleiterkrankungen koennen aehnliche oder alternative Antidepressiva in Betracht kommen. Beispiele:
- SSRI: Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Paroxetin
- SNRI: Venlafaxin, Duloxetin
- Weitere Antidepressiva: Mirtazapin (naSSA), Bupropion, Agomelatin, Vortioxetin
- Trizyklische Antidepressiva: Amitriptylin, Nortriptylin, Clomipramin
Hinweis: Wirksamkeit und Vertraeglichkeit sind individuell unterschiedlich. Ein Wechsel oder eine Kombinationstherapie sollte ausschliesslich aerztlich geplant werden.
Ungefaehre Preise in EUR in Deutschland
Preise koennen je nach Hersteller, Packungsgroesse, Rabattvertrag und Apotheke variieren. Nachstehend grobe Apothekenverkaufspreise fuer Selbstzahlerinnen und Selbstzahler ohne Kassenrabatt, gerundet:
- Sertralin 50 mg, 100 Tabletten: ca. 12 bis 25 EUR
- Sertralin 100 mg, 100 Tabletten: ca. 20 bis 35 EUR
- Sertralin 25 mg, 50 bis 100 Tabletten: ca. 10 bis 22 EUR
Markenpraeparate koennen teurer sein, Generika meist deutlich guenstiger. Fuer gesetzlich Versicherte gilt in der Regel die Zuzahlung von 5 bis 10 EUR je Packung, sofern die Packung nicht zuzahlungsbefreit ist.
Haftungsausschluss
Diese Seite bietet zusammengefasste, allgemeine Informationen. Sie ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Aerztinnen, Aerzte oder Apothekerinnen/Apotheker und erhebt keinen Anspruch auf Vollstaendigkeit. Nicht alle Warnhinweise, Wechselwirkungen oder Anwendungshinweise sind aufgefuehrt.
Verwenden Sie die Informationen nicht zur Selbstdiagnose oder zur eigenmaechtigen Therapieaenderung. Folgen Sie stets den Anweisungen Ihres Behandlungsteams und der jeweilig gueltigen Fach- und Gebrauchsinformation.
Es wird keine Haftung fuer Schaeden uebernommen, die aus der Nutzung der bereitgestellten Informationen entstehen.