Überblick

Prednisolon ist ein systemisch wirkendes Kortikosteroid. Es dämpft überschießende Immunreaktionen und verringert Entzündungen. Dadurch wird es bei zahlreichen entzündlichen und allergischen Erkrankungen eingesetzt. Die Wirkung beruht auf einer Hemmung proinflammatorischer Botenstoffe und einer Modulation der Immunantwort.

In Deutschland sind verschiedene Tablettenstärken gängig. Typisch verfügbar sind unter anderem 5 mg, 10 mg, 20 mg und 40 mg. Welche Stärke für Sie geeignet ist, bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemäß Diagnose und Therapieziel. Eine Übersicht der Anwendung finden Sie unter Anwendungshinweise.

Kurz gefasst: Prednisolon gehört zur Klasse der Glukokortikoide und wird individuell dosiert, häufig zeitlich befristet und nach ärztlichem Plan ausgeschlichen.

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Anwendungsgebiete

Prednisolon kann bei unterschiedlichen Krankheitsbildern zum Einsatz kommen. Beispiele:

  • Asthma bronchiale und andere Atemwegsprobleme
  • Rheumatische Erkrankungen wie Arthritis
  • Allergische Reaktionen und schwere Heuschnupfenformen
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, z. B. Colitis ulcerosa
  • Dermatologische Erkrankungen wie Psoriasis oder Ekzeme
  • Endokrine Störungen, etwa Nebennierenrindeninsuffizienz
  • Augenerkrankungen wie Keratitis oder Uveitis
  • Bestimmte Hämato-Onkologie-Indikationen, z. B. Leukämien
  • Ödeme und Schwellungen bei entzündlichen Zuständen

Je nach Indikation unterscheidet sich die Dosis deutlich. Bitte folgen Sie stets dem ärztlichen Schema. Details zur Dosierung unter Dosierung und Formen.

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Dosierung und Darreichungsformen

Verfügbare Dosierungen in Deutschland (Beispiele): 5 mg, 10 mg, 20 mg, 40 mg Tabletten. Es existieren je nach Hersteller weitere Stärken und Teilbarkeit kann variieren.

Die konkrete Dosis richtet sich nach Erkrankung, Schweregrad und individueller Situation:

  • Akute Entzündungsschübe: häufig höhere Anfangsdosen, später langsames Ausschleichen
  • Erhaltungstherapie: kleinste wirksame Dosis, möglichst kurzzeitig
  • Endokrine Insuffizienz: physiologische Substitution nach ärztlichem Plan

Setzen Sie Prednisolon niemals eigenmächtig ab. Ein abruptes Absetzen kann zu Entzugssymptomen und Nebennierenrindeninsuffizienz führen. Wie korrekt ausgeschlichen wird, steht in Ihrem individuellen Plan und in den Anwendungshinweisen.

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Anwendungshinweise

So wird Prednisolon üblicherweise eingenommen:

  • Nach ärztlicher Vorgabe mit etwas Flüssigkeit schlucken; möglichst zur gleichen Tageszeit
  • Mit oder ohne Nahrung; bei empfindlichem Magen bevorzugt nach einer Mahlzeit
  • Tabletten im Zweifel nicht teilen, zerdrücken oder kauen, sofern der Hersteller dies nicht ausdrücklich erlaubt
  • Nehmen Sie die verordnete Menge auch dann weiter, wenn Sie sich besser fühlen

Informationen zum Umgang mit einer ausgelassenen Einnahme finden Sie unter Vergessene Dosis. Hinweise zur Aufbewahrung unter Lagerung.

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Vergessene Dosis

Haben Sie eine Einnahme versäumt, holen Sie die Dosis nicht nach. Setzen Sie die Therapie regulär mit der nächsten planmäßigen Gabe fort. Nehmen Sie keinesfalls zwei Dosen gleichzeitig.

Wenn Sie wiederholt Dosen vergessen, wenden Sie sich an Ihre Arztpraxis. Unter Umständen muss der Plan angepasst werden.

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Lagerung

Bewahren Sie Prednisolon in der Regel bei 25 Grad C auf. Kurzzeitige Lagerung zwischen 15 und 30 Grad C ist möglich. Schützen Sie das Arzneimittel vor Feuchtigkeit, Hitze und direktem Licht. Nicht im Bad lagern. Außer Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahren.

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Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Nicht anwenden, wenn

  • eine Überempfindlichkeit gegen Prednisolon oder einen sonstigen Bestandteil vorliegt
  • eine systemische Pilzinfektion besteht
  • eine Herpes-simplex-Infektion des Auges vorliegt
  • gleichzeitig Mifepriston eingenommen wird (Wechselwirkung)
  • eine Lebendimpfung unmittelbar geplant oder kürzlich erfolgt ist (z. B. Masern, Mumps, Röteln, Pocken)

Besondere Hinweise

  • Infektionsrisiko: Prednisolon kann die Abwehrkräfte senken. Meiden Sie Kontakt zu Personen mit ansteckenden Erkrankungen. Suchen Sie ärztliche Hilfe bei Fieber, Schüttelfrost, starkem Halsweh, Hautausschlag.
  • Windpocken, Gürtelrose, Masern: Kein Kontakt, falls Sie nicht immun sind. Im Zweifel Arztkontakt.
  • Cortisonpass: Tragen Sie in Deutschland einen Cortisonpass bei sich, wenn Sie Prednisolon längerfristig verwenden. Im Notfall wissen Behandelnde dann über Ihre Therapie Bescheid.
  • Impfungen: Unter systemischer Prednisolon-Therapie sind Lebendimpfstoffe kontraindiziert. Inaktivierte Impfstoffe können weniger wirksam sein. Sprechen Sie vor Impfungen mit Ihrer Praxis.
  • Diabetes: Prednisolon kann den Blutzucker erhöhen. Engmaschige Kontrolle und ggf. Anpassung der antidiabetischen Therapie ist sinnvoll.
  • Augen: Längere Anwendung kann Katarakt oder Glaukom begünstigen. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen erwägen.
  • Knochen: Risiko für Osteoporose steigt bei Langzeitgebrauch. Calcium, Vitamin D und Bewegung besprechen.
  • Kinder und Jugendliche: Wachstumsmonitoring notwendig, da Glukokortikoide das Längenwachstum beeinträchtigen können.
  • Labor: Ärztlich angeordnete Kontrollen, z. B. Nebennierenrindenfunktion, Blutbild, Elektrolyte.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Nutzen und Risiken individuell abwägen. Prednisolon geht in die Muttermilch über. Medizinische Beratung ist erforderlich.
  • Operationen und Notfälle: Teilen Sie Behandelnden mit, dass Sie Prednisolon einnehmen. Es kann eine Stressdosis nötig sein.

Weitere praktische Hinweise finden Sie unter Anwendungshinweise.

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Mögliche Nebenwirkungen

Nicht jeder bemerkt Nebenwirkungen. Häufig sind sie dosis- und dauerabhängig.

Häufiger und meist vorübergehend

  • Erhöhter Appetit und mögliche Gewichtszunahme
  • Schlafstörungen, Nervosität, Kopfschmerzen
  • Akne, vermehrtes Schwitzen, Hautrötung
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Reizmagen
  • Schwindel oder allgemeines Unwohlsein

Schwerwiegende Reaktionen - sofort medizinische Hilfe einholen

  • Allergische Reaktionen: Ausschlag, Juckreiz, Atemnot, Schwellungen im Gesichts- oder Rachenbereich
  • Anzeichen von Infektionen: hohes Fieber, starke Halsschmerzen, Schüttelfrost
  • Schwarzer Stuhl, Blut im Stuhl, starkes Erbrechen (ggf. wie Kaffeesatz)
  • Sehverschlechterung, Augenbeschwerden, plötzliche starke Kopfschmerzen
  • Starke Stimmungsschwankungen, depressive Symptome, Verwirrtheit
  • Ungewöhnliche Blutergüsse oder Blutungen
  • Schwellungen an Beinen oder Füßen, Brustschmerzen
  • Muskelschwäche, Knochenschmerzen, Sehnenbeschwerden

Bei langem Gebrauch können zudem Osteoporose, Katarakt, Glaukom, Hypertonie, Hyperglykämie oder Fettumverteilung auftreten. Besprechen Sie Vorbeugemaßnahmen frühzeitig.

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Alternativen und ähnliche Medikamente

Je nach Erkrankung und Schweregrad kommen andere Steroide oder nicht-steroidale Optionen in Frage. Beispiele:

  • Andere systemische Glukokortikoide:
    • Prednison - in der Leber zu Prednisolon umgewandelt; Potenz ähnlich
    • Methylprednisolon - etwas stärker pro mg; teils weniger Mineralokortikoid-Effekt
    • Dexamethason - deutlich potenter; lange Wirkdauer
    • Hydrocortison - schwächer; geeignet für Substitution
  • Inhalative Steroide bei Asthma: Budesonid, Beclometason, Fluticason - lokal wirksam, weniger systemische Effekte
  • Topische Steroide bei Hauterkrankungen: Hydrocortison, Mometason, Betamethason - nach Stärkegrad wählen
  • Nicht-steroidale Immunsuppressiva je nach Indikation: Methotrexat, Azathioprin, Ciclosporin, Biologika
  • Bei Allergien zusätzlich: Antihistaminika, Leukotrienantagonisten, spezifische Immuntherapie

Wichtiger Hinweis zur Potenz (ungefähre Äquivalenzen prooral): 5 mg Prednisolon entsprechen etwa 5 mg Prednison, 4 mg Methylprednisolon, 0,75 mg Dexamethason, 20 mg Hydrocortison. Diese Umrechnungen ersetzen nicht die ärztliche Dosierungsentscheidung.

Zur Preisübersicht der Alternativen siehe Preise in Deutschland.

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Preise in Deutschland (grobe Orientierung)

Die tatsächlichen Kosten hängen von Hersteller, Packungsgröße und Erstattung ab. Gesetzlich Versicherte zahlen in der Regel eine Zuzahlung zwischen 5 und 10 EUR pro Rx-Packung, sofern keine Befreiung oder Festbetragsausnahme besteht.

Prednisolon Tabletten

  • Prednisolon 5 mg, 50-100 Tabletten: etwa 6-15 EUR
  • Prednisolon 10 mg, 50 Tabletten: etwa 6-14 EUR
  • Prednisolon 20 mg, 50 Tabletten: etwa 7-16 EUR
  • Prednisolon 40 mg, 20-30 Tabletten: etwa 8-18 EUR

Preisvergleich ähnlicher Präparate

  • Prednison (äquivalente Stärke): meist vergleichbar preiswert wie Prednisolon-Generika
  • Methylprednisolon: häufig leicht höher bepreist, z. B. 7-20 EUR je nach Packung
  • Dexamethason: aufgrund höherer Potenz pro Tablette oft niedriger Stückpreis, Gesamtpreis ähnlich
  • Hydrocortison: je nach Indikation und Stärke vergleichbare Spanne

Hinweis: Dies sind ungefähre Apothekenverkaufspreise im Privatbezug. Die individuelle Zuzahlung kann abweichen. Für verbindliche Preise wenden Sie sich an Ihre Apotheke.

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Rechtliches in Deutschland

  • Verschreibungspflicht: Prednisolon ist in Deutschland rezeptpflichtig und apothekenpflichtig. Abgabe erfolgt gegen gültiges Rezept (Papier oder eRezept).
  • Erstattung: Bei medizinischer Indikation wird es in der Regel von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet; Zuzahlung üblicherweise 5-10 EUR je Packung, es sei denn, eine Befreiung liegt vor.
  • Dopingregelungen: Systemische Glukokortikoide (z. B. oral) sind im Wettkampf verboten. Für den Leistungssport ist ggf. eine TUE erforderlich. Beachten Sie nationale und WADA-Regeln.
  • Reisen: Führen Sie einen Medikamentenplan oder Cortisonpass und nach Möglichkeit eine ärztliche Bestätigung mit. Bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung auf.
  • Impfungen: Lebendimpfstoffe sind unter relevanter systemischer Steroidtherapie kontraindiziert. Planung rechtzeitig mit der Ärztin oder dem Arzt abstimmen.

Weitere praktische Aspekte zur sicheren Anwendung finden Sie im Abschnitt Warnhinweise sowie unter Anwendungshinweise.

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FAQ

Kann ich Prednisolon einfach absetzen?

Nein. Prednisolon sollte nach ärztlichem Plan schrittweise reduziert werden. Ein abruptes Absetzen kann gefährlich sein. Beachten Sie Anwendungshinweise.

Darf ich mich impfen lassen?

Lebendimpfstoffe sind während systemischer Steroidtherapie in relevanter Dosierung nicht erlaubt. Totimpfstoffe sind möglich, können aber weniger effektiv sein. Details unter Warnhinweise.

Was tun bei vergessener Dosis?

Ausgelassene Einnahmen nicht doppelt nachholen. Siehe Vergessene Dosis.

Mit welchen Arzneien verträgt sich Prednisolon nicht?

Beispielsweise mit Mifepriston. Weitere relevante Interaktionen sind möglich (z. B. bestimmte Impfstoffe, Enzyminduktoren). Lassen Sie Wechselwirkungen ärztlich prüfen.

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